Manchmal sind es genau diese Gerichte, die man schon ein Leben lang kennt und trotzdem immer wieder neu entdeckt. Brezenknödel waren in vielen bayerischen Küchen früher eine ganz selbstverständliche Art, aus übriggebliebenen Leigenbrezen etwas neues zu machen – bodenständig, ehrlich und ohne viel Aufhebens. Gerade solche Rezepte erzählen oft mehr über Herkunft und Alltag als jede große Festtafel.
Auch bei uns zu Hause hatten solche Knödel ihren festen Platz. Wenn vom Vortag noch etwas übrig war, wurde daraus am nächsten Tag ein warmes Essen gezaubert, das alle an den Tisch geholt hat.
Also kurz gesagt, wenn es um die bayerische Küche geht, dürfen Brezenknödel auf keinen Fall fehlen. Diese köstliche Variante des klassischen Semmelknödels kombiniert das Herzhafte der Breze mit der weichen Konsistenz eines Knödels. Ursprünglich entstanden als kreative Resteverwertung von altbackenen Brezen, hat sich dieses Gericht zu einem echten Klassiker der bayerischen Hausmannskost entwickelt.
Doch auch in der modernen Küche haben Brezenknödel einen festen Platz – denn auch bekannte Köche wie Alexander Herrmann, verwenden und kochen diese gerne. In seinem neuem Kochbuch „Aufgegabelt„, erschienen im Mai 2024 im DK Verlag, hat er ein ganz wunderbares Rezept von Brezenknödeln mit Kürbiskernen, Birnen und Feldsalat.
Sein Brezenknödel-Rezept zeigt, wie man aus einfachen Zutaten einen richtigen Gaumenschmauss zaubern kann.
Lasst sie Euch auf gar keinen Fall entgehen!
Das Rezept ist für 3 – 4 Portionen.
- 1 Alles was Ihr für die bayerischen Brezenknödel benötigt
- 2 Bayerische Brezenknödel mit Kürbiskernen und grünem Salat
- 3 So gelingen Euch die Brezenknödel Schritt-für-Schritt
- 4 Anmerkungen zum Brezenknödel Rezept
- 5 Warum sind Knödel so beliebt und auf was sollte man achten?
- 6 Knödel Rezepte saisonal gedacht
- 7 Brezenknödel mit Kürbiskernen – einfach oder schwierig?
- 8 Das Kochbuch „Aufgegabelt“ von Alexander Herrmann
- 9 Die passenden Mogntartzerl-Empfehlungen
- 10 Häufige Fragen rund um das Zürcher Geschnetzeltes
Alles was Ihr für die bayerischen Brezenknödel benötigt

Bayerische Brezenknödel mit Kürbiskernen und grünem Salat
Zutaten
- 3-4 altbackene Laugenbrezen vom Vortag ca. 350g
- 3 EL Zwiebelwürfel
- etwas Pflanzenöl
- 10 EL Kürbiskerne
- 100 ml Milch
- 2 Eier Größe M
- 3 EL Kürbiskernmehl teileintölt
- Meersalz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- 140 g Butter
- 2 Birnen
- 100 g saure Sahne
- Abrieb von je 1 Bio-Zitrone und -Orange
- etwas Zitronensaft
- 1 Schale Feldsalat ca. 150 g
- 50 ml Kürbiskernöl
Kochutensilien
- Schüssel
- Topf
- Pfanne
Zubereitung
- Die Laugenbrezen in Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Die Zwiebelwürfel in einem kleinen Topf in etwas Öl anschwitzen, 4 EL Kürbiskerne dazugeben und kurz mitrösten (bis die Kerne anfangen zu knacken).
- Alles mit der Milch ablöschen und den Mix über die Laugenbrezen gießen. Gut vermengen, dann die Masse kurz abkühlen lassen.
- Anschließend die Eier und das Kürbiskernmehl dazugeben, gut durchkneten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Aus der Masse mit angefeuchteten Händen 3-4 Knödel formen. Die Knödel im Dampfbackofen bei 100°C Dampf etwa 20 Minuten garen (je nach Größe der Knödel).
- Danach herausnehmen und zum Servieren in einer Pfanne in 2 EL schäumender Butter rundum knusprig herausbraten.
- Die restlichen Kürbiskerne grob anmixen. Die Birnen waschen, in Spalten schneiden und das Kerngehäuse entfernen.
- Die Birnenspalten in einer Pfanne in der übrigen Butter (100g) anbraten, mit den gemixten Kürbiskernen bestreuen und kurz mit anbraten.
- Alles nochmals durchschwenken und mit Salz und reichlich Pfeffer abschmecken.
- Den Sauerrahm mit Zitronen- und Orangenabrieb, einigen Spritzern Zitronensaft und Meersalz abschmecken.
- Den Feldsalat verlesen, waschen und trocken schleudern.
- Mit Meersalz und Kürbiskernöl marinieren.
- Zum Servieren die Knödel auf Tellern anrichten und die Birnenspalten samt Kürbiskernbutter darum verteilen. Den Feldsalat daraufsetzten und einige Tupfer Zitronensauerrahm dazwischensetzten.
Nährwerte
Notizen
Odre Ihr nehmt einen großen Topf mit Dämpfeinsatz. Wasser im Topf erhitzen. Dämpfeinsatz oder Sieb einhängen. Die Knödel mit geschlossenem Deckel darüber garen.
Hast Du das Rezept nachgekocht?
Sag mir wie es Dir gefallen hatSo gelingen Euch die Brezenknödel Schritt-für-Schritt

Die Laugenbrezen in Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Die Zwiebelwürfel in einem kleinen Topf in etwas Öl anschwitzen, 4 EL Kürbiskerne dazugeben und kurz mitrösten (bis die Kerne anfangen zu knacken).
Alles mit der Milch ablöschen und den Mix über die Laugenbrezen gießen. Gut vermengen, dann die Masse kurz abkühlen lassen.

Anschließend die Eier und das Kürbiskernmehl dazugeben, gut durchkneten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Aus der Masse mit angefeuchteten Händen 3-4 Knödel formen. Die Knödel im Dampfbackofen bei 100°C Dampf etwa 20 Minuten garen (je nach Größe der Knödel).
Danach herausnehmen und zum Servieren in einer Pfanne in 2 EL schäumender Butter rundum knusprig herausbraten.

Die restlichen Kürbiskerne grob anmixen. Die Birnen waschen, in Spalten schneiden und das Kerngehäuse entfernen.
Die Birnenspalten in einer Pfanne in der übrigen Butter (100g) anbraten, mit den gemixten Kürbiskernen bestreuen und kurz mit anbraten.
Alles nochmals durchschwenken und mit Salz und reichlich Pfeffer abschmecken.

Den Sauerrahm mit Zitronen- und Orangenabrieb, einigen Spritzern Zitronensaft und Meersalz abschmecken.
Den Feldsalat verlesen, waschen und trocken schleudern.
Mit Meersalz und Kürbiskernöl marinieren.

Zum Servieren die Knödel auf Tellern anrichten und die Birnenspalten samt Kürbiskernbutter darum verteilen. Den Feldsalat daraufsetzten und einige Tupfer Zitronensauerrahm dazwischensetzten.

Anmerkungen zum Brezenknödel Rezept
Wenn Ihr gerne Saucen und Dips mögt, würde ich fast ein wenig mehr von dem Orangen-Zitronen-Sauerrahm machen. Der passt ganz wunderbar dazu und könnte für mich gerne ein wenig mehr sein.
Und wenn Ihr das gerne als Vorspeise machen möchtet, macht die Knödel ein wenig kleiner und einfach ein paar mehr davon! Denn sie schmecken einfach herrlich gerade in Kombination mit der Süße von der Birne!
Sollte Ihr die Knödel kleiner machen, würde ich allerdings empfehlen die Kochzeit zu reduzieren, sonst werden sie zu trocken.
Gernerell sollten Brezen, Zwiebel, Kürbiskerne, Salat und Birne in jedem Supermarkt bekommen zu sein.
Ein wenig vor einer Herausforderung wurde ich gestellt, als es um das teilentölte Kürbiskernmehl ging. Das war in der Tat in meinen „normalen“ Supermarkt nicht vorhanden.
Ich bin dann in einen Bio-Laden gegangen und habe es dort gefunden. Alternativ könnt Ihr das aber auch relativ problemlos Onlinebestellen.
Falls Ihr also keinen Bio-Supermarkt in der Nähe habt, plant das Rezept ein wenig im Voraus und bestellt das Kürbiskernmehl online.
Warum sind Knödel so beliebt und auf was sollte man achten?
Brezenknödel sind auch deshalb so beliebt, weil sie sich gut vorbereiten lassen. In vielen Haushalten wurde gleich etwas mehr gemacht, um am nächsten Tag noch eine einfache Mahlzeit zu haben. Das war keine Planung im modernen Sinn, sondern schlicht praktisch gedacht.
Diese Alltagstauglichkeit macht das Gericht bis heute attraktiv. Es passt zu Familien, zu kleinen Haushalten und zu Tagen, an denen man nicht lange überlegen möchte. Ein Essen, das verlässlich ist und sich an den eigenen Rhythmus anpasst.
Ein oft unterschätzter Aspekt bei Knödelgerichten ist der Umgang mit Zeit und Ruhe. In vielen Küchen wurde nichts überstürzt. Die Masse durfte kurz stehen, Handgriffe wurden mit Gefühl gemacht, nicht nach Uhr. Das war keine Technik, sondern Erfahrung.
Gerade bei solchen Rezepten zeigt sich, dass gutes Kochen nicht kompliziert sein muss. Es geht darum, aufmerksam zu sein: Wie fühlt sich etwas an? Braucht es noch einen Moment? Genau dieses Gespür entwickelt sich, wenn man sich auf einfache Gerichte einlässt.
Knödel Rezepte saisonal gedacht
In der alpenländischen Küche wurde selten losgelöst von der Jahreszeit gekocht. Knödel gehörten zwar das ganze Jahr über auf den Tisch, wurden aber je nach Saison ganz unterschiedlich kombiniert. Im Winter waren sie Teil kräftiger Mahlzeiten, im Frühjahr und Sommer wurden sie leichter gedacht.
Brezenknödel eignen sich besonders gut für diese wärmeren Monate. Sie machen satt, ohne zu beschweren, wenn sie bewusst begleitet werden. Ein frischer Salat, etwas Säure, ein wenig Grün – schon wirkt das Gericht ausgewogen und alltagstauglich. Genau so wurden solche Speisen früher auch genutzt: nicht als Ausnahme, sondern als Teil der normalen Küche.
Brezenknödel mit Kürbiskernen – einfach oder schwierig?
Also wenn Ihr genauso eine Knödeltante seid wie ich und auch gerne ein paar Alternativen und Variationen ausprobiert, solltet Ihr unbedingt mal dieses Rezept versuchen. Ein tolles, vegetarisches Hauptgericht, das gute Laune macht und einfach schmeckt.
Ich würde sagen, es ist wirklich nicht kompliziert, man benötigt ein paar Schritte um den Knödelteig vorzubereiten, aber dann ist es wirklich nicht schwierig.
Da ich keinen Dampfbacofen habe, bin ich in der Tat auf den Thermomix ausgewichen und hab die Brezenknödel dort gedämpft.
Alternativ, kann man sie natürlich wie im Rezept als Tipp auch angegeben in einem Topf mit Salzwasser garziehen lassen.
Ich denke es sollte für jeden umsetzbar sein.
Klar strukturiert, schöne einzelne Schritte und direkt die Option wenn man keinen Dampfbackofen hat, wie man die Knödel auch einfach anders zurbereiten kann.
Auf den ersten Blick sah es wie ein gut durchzuführendes Rezept aus.
Der Brezenknödel, ist wie schon gesagt eine Variation des klassischen Semmelknödels, entstanden wahrscheinlich in Bayern und/oder Österreich. Ursprünglich wurden sie als Resteverwertung genutzt, indem man alte Brezen, die nicht mehr frisch genug zum Essen waren, als Grundlage für Knödelteig verwendete. Dieses Prinzip der Verwertung von übriggebliebenen Brezen führte zur Entstehung des Brezenknödels, der sich durch die herzhafte Note der Laugenbrezen von anderen Knödeln abhebt.
Alexander Herrmann peppt sein Rezept noch auf indem er ebenfalls Kürbiskerne in die Teigmasse gibt, diese geben den Knödeln einen zusätzlichen knack sowie ein super leckeres zusätzliches Aroma.
Das Kochbuch „Aufgegabelt“ von Alexander Herrmann
Im Kochbuch „Augegabelt„ von Alexander Herrmann, erschienen im DK Verlag, findet Ihr eine wunderbare Sammlung klassischer und moderner bayerischer und alpiner -Rezepte.
Neben deftigen Fleischgerichten stehen auch vegetarische Varianten im Mittelpunkt, die zeigen, wie vielseitig die bayerische Küche sein kann. Ein leckerer Kartoffelsalat mit Speck, Pumpernickel und Radieschen – der die pure Glückseeligkeit auf der Gabel ist – denn solltet Ihr auf alle Fälle mal ausprobieren. Und beide Rezepte sind nur ein Beispiel von vielen tollen und vroallem leckeren bayerischen Rezepten, die Lust machen, sich ein Stück blau-weißer Kochkunst nach Hause zu holen. Wer also gerne alpenländisch kocht, findet darin reichlich Inspiration – von herzhaften Klassikern bis hin zu feinen Schmankerln, die sich auch für den Alltag eignen.
Wenn Dich jetzt interessiert, wie mir das Buch insgesamt gefallen hat, findest Du hier eine allgemeine Bewertung.
Die passenden Mogntartzerl-Empfehlungen
Praktische Tipps & Tricks zu Brezenknödeln
Wenn der Knödelteig zu weich sein sollte, gebt einfach noch etwas mehr Mehl hinzu, umso eine gewisse Festigkeit zu bekommen.
Solltet Ihr die Knödel im Salzwasser garziehen wollen, bitte kein kochendes Wasser verwenden, da zerfallen Euch die Knödel nur. Wasser einmal aufkochen udn dann auf ganz kleine Flamme stellen und die Knödel, wenn das Wasser sich beruhigt hat hineingeben, am Besten vorher eine Garprobe machen, und die Knödel im nicht mehr kochendem Wasser in Ruhe ziehe lassen.
Was trinkt man zu bayerischen Brezenknödel
Tja was trinkt man nun zu Knödeln?
Ich würde sagen es kommt auf das restliche Rezept an, was dann dazu passt.
Aber ein theoretisch geht ja in Bayern immer ein Bier.
Weitere Knödelideen und Gerichte die gut zu Brezenknödeln passen
Du suchst noch weitere Knödelideen? Dann probier doch mal Kaspressknödel mit Graukäse oder wunderbare Rote Bete Knödel.
Aber was isst man denn zu Knödel eigentlich dazu? Also entweder ist es ein eigenes Gericht, wie zum Beispiel sauer eingelegte Semmelknödel oder sie sind eine perfekte Begleitung zu Gerichten. Eine Idee wären hier Rahmschwammerl mit Semmelknödeln , als Beilage für einen schönen Schweinebraten oder zum Hirschgulasch.
Wie Ihr seht, Knödel gehen eigentlich immer!
Und wenn es mal keine Knödel sein sollen, aber schnell gehen darf, dann versucht mal ein Rührein mit Pfifferlingen, ein echter Klassiker!
Häufige Fragen rund um das Zürcher Geschnetzeltes
Kann ich übrig gebliebene Knödel verwerten?
Wie koche ich Knödel richtig?
Kann man Brezenknödel einfrieren?
- Knödel vorbereiten: Forme die Brezenknödel wie gewohnt und koche sie, bis sie gar sind. Lasse sie anschließend vollständig abkühlen.
- Einzelnes Einfrieren: Lege die abgekühlten Knödel auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und friere sie einzeln ein. So verhinderst du, dass sie zusammenkleben.
- Verpacken: Sobald die Knödel durchgefroren sind (nach etwa 2-3 Stunden), kannst du sie in luftdichten Gefrierbeuteln oder -behältern umfüllen. Achte darauf, möglichst viel Luft aus den Beuteln zu entfernen, um Gefrierbrand zu vermeiden.




