Zart, saftig und mit einer ordentlichen Portion rustikalem Charme – so lässt sich dieses Hähnchen auf Strohbett wohl am besten beschreiben.
Und geht es Euch auch so, aber wenn ich an Almen denken, muss ich auch immer ans Heu machen denken, ich weiß manchmal bin ich etwas komisch, aber ich hab da einfach so ein Bild im Kopf.
Nun gut, aber die Zubereitung im gusseisernen Schmortopf sorgt dafür, dass das Hähnchen langsam und schonend gegart wird, während das Stroh eine aromatische Basis bildet und dem Rezept eine leicht nussige Note verleiht. Dazu gleich die Kartoffeln mitgegart, leichter kann ein Essen fast nicht zubereitet werden.
Ob im Backofen, über offenem Feuer oder wie in diesem Rezept auf dem Gasgrill – dieses Rezept passt für mich perfekt in jede Jahreszeit. Etwas wunderbar Bodenständiges, das trotzdem nicht alltäglich ist. Das Hähnchen im Dutchoven ist auch perfekt, wenn Ihr mal Gäste erwartet, es gart von selbst und ist optisch rein absolutes Highlight.
Inhaltsverzeichnis
Garen mit Heu – Neuzeit oder Tradition?
Was früher ganz normal und nichts Außergewöhnliches war, erlebt heute gerne in der alpenländischen Küche ein kleines Revival. Das Kochen auf Stroh hat somit eine lange Tradition.
Die Idee, das Hähnchen auf Stroh/Heu zu betten, stammt ursprünglich aus der bäuerlichen Tradition – einfach, funktional und geschmacklich überraschend raffiniert. Denn das Stroh schützt nicht nur vor dem direkten Kontakt mit dem Topfboden, es verleiht dem Gericht auch ein feines, wie oben schon erwähnt leicht nussiges Aroma.
Natürlich hat man nicht nur Hähnchen so zubereitet, sondern es wurde auch gerne für due Zubereitung von Fisch und Fleisch verwendet.
Zusammen mit Kräutern, Gewürzen und gerne auch mal neben den Kartoffeln ein paar Gemüsestückchen, wie Karotte oder Sellerie ergibt sich ein wunderbares Gericht, das für mich nach Heimat, Alpen und Hüttenabend schmeckt.
Heute erlebt diese Technik eine kleine Wiederentdeckung – nicht nur wegen ihres rustikalen Charmes, sondern auch, weil sie zeigt, wie einfach gutes Essen manchmal sein kann.
Garen im Schmortopf – was ist daran besonders?
Ein guter Schmortopf – ob emailliert oder klassisch gusseisern – ist für mich in jeder Küche ein Muss. Denn wer einmal darin gekocht hat, weiß: Es gart zwar alles langsamer, aber besser und geschmacklich intensiver.
Die gleichmäßige Hitzeverteilung sorgt dafür, dass Fleisch/Geflügel und Fisch zart wird, Gemüse seinen Biss behält und sich Aromen voll entfalten können. Gerade bei einem ganzen Hähnchen macht sich das bemerkbar: Es bleibt saftig, wird außen schön gebräunt und nimmt zumindest in diesem Rezept gleichzeitig die feinen Röstaromen vom Heu und Kräutern – wenn Ihr zusätzlich welche hinzugebt – auf.
Außerdem ist das Kochen im Schmortopf wirklich unkompliziert – einmal vorbereitet, übernimmt der Topf die Arbeit mehr oder weniger von selbst.
Also ist der Schmortopf eigentlich der Ursprung der One-Pot-Rezepte.
Oft sehr Ihr in der Alpinen Küche bei herzhaften Rezepten das hier ein Schmortopf verwendet wird. Der Schmortopf ist vielseitig einsetzbar – egal ob im Ofen, auf dem Herd oder sogar über offenem Feuer.
Und keine Sorge: Auch ohne offenes Feuer oder Bauernhof im Hintergrund gelingt Euch dieses Gericht ganz wunderbar – versprochen!
Das Rezept ist für 1 Hendl (ca. 4 Portionen).

Zutaten für das Alpen Hähnchen aus dem Dutchoven
Zeitangaben
Vorbereitungszeit: 50 Minuten
Kochzeit: 1 Stunde 40 Minuten
Einkaufsliste für das Hähnchen
- Heu (am besten BIO)
- 1 Hähnchen
- 800g Drillinge
- 5 EL Gewürzmischung hergestellt aus (3 TL Paprika edelsüss, 3 TL Salz, ¾ TL Pfeffer, 1 TL Currypulver, 1 TL Pul Biber, 2 TL Knoblauchpulver, 3 TL brauner Zucker, 2 TL Zwiebelpulver, 1TL Cayennepfeffer)
- 4-5 EL Pflanzenöl
- 1 Hand voll grobes Meersalz
- 3 Knoblauchzehen
- 2 Zwiebeln
- 150g Bacon
- Je ½ Bund Thymian und Rosmarin
- 1 Boskop Apfel
- 200 ml Apfelsaft
- Küchengarn





So gelingt das Hähnchen im Heubett
Das Hähnchen gründlich innen und außen mit klarem Wasser abspülen und dann trockentupfen
Jetzt das Hähnchen mit grobem Meersalz außen einreiben und dann abgedeckt kurz im Kühlschrak ziehen lassen.
Währenddessen das Heu im Waschbecken oder in einer Schüssel mit reichlich Wasser einlegen und ziehen lassen.
Zwischendurch den Apfel vierteln und das Kerngehäuse entfernen, die Apfel nun in kleine Würfel schneiden. Knoblauch und die Zwiebel schälen und ebenfalls in grobe Würfel schneiden. Bacon in kleine Würfel schneiden.
Rosmarin und Thymian waschen und trockenschütteln und die Stile in 5cm lange Stücke schneiden.
Apfel, Zwiebel, Knoblauch, den Bacon und die Kräuter in eine Schüssel geben und gut durchmischen.
Jetzt den Rub für das Hähnchen zubereiten. Dazu 3 TL Paprika edelsüss, 3 TL Salz, ¾ TL Pfeffer, 1 TL Currypulver, 1 TL Pul Biber, 2 TL Knoblauchpulver, 3 TL brauner Zucker, 2 TL Zwiebelpulver und 1TL Cayennepfeffer in ein kleines Schälchen geben und gut durchmischen.
Das Hähnchen aus dem Kühlschrank nehmen und das grobe Meersalz etwas mit einem Küchenkrepp abnehmen.
Schon mal den Gasgrill auf 200°C indirekte Hitze vorheizen.
Das Hähnchen nun mit der vorhin zubereiteten Apfelmischung füllen und von außen mit Küchengarn zubinden, so dass die Öffnung mit der Füllung gut verschlossen ist.
Jetzt das Hähnchen mit dem Öl bepinseln und mit 4-5 EL von der Gewürzmischung gut einreiben.
Das Heu nun aus der Schüssel/Waschbecken nehmen und leicht ausdrücken und im Dutchoven/Gusseisernen Topf verteilen. Der Boden und die Seiten des Topfes sollten gut mit Heu bedeckt sein.
Die gewaschenen Drillinge auf das Heu legen und das Hähnchen mit der Brust nach oben darauf betten.
Euer Hähnchen mit dem Heu nun mit dem Apfelsaft aufgießen.
Nun den Topf mit einem Deckel verschließen und auf dem Gasgrill indirekt ca. 1 Stunde 40 Minuten garen, oder bis das Hähnchen eine Kerntemperatur von 75-80°C an der dicksten Stelle der Brust gemessen. Am besten überprüft Ihr das regelmäßig mit einem Fleischthermometer.
Wenn es die richtige Temperatur erreich hat vom Grill nehmen und noch kurz 10 Minuten ziehen lassen.
Das Hähnchen und die Kartoffel aus dem Dutch oven nehmen und servieren.

Was es zum Hähnchen im Dutchoven auf Heu noch zu wissen gibt
Am besten unbehandeltes, sauberes Heu aus dem Tierbedarf oder noch besser vom Bauernhof verwenden, insofern Ihr die Möglichkeit habt dort Heu zu bekommen. Stroh oder getrocknete Kräuter sind als Alternative ebenfalls möglich. Wenn Ihr zusätzlich getrocknete Kräuter unter das Heu mischt, könnt Ihr tolle zusätzliche Aromen in Euer Hähnchen geben. Generell gibt das verwendete Heu ein zusätzliches, leicht nussiges Aroma an das Gericht.
Ihr solltet den Dutch oven bereits bei aufwärmen des Gasgrills mit hineingeben, so kann dieser sich bereits aufwärmen.
Ihr habt keinen Grill? Kein Thema Ihr könnt das Rezept auch in einem gusseisernen Topf im Backofen zubereiten. Hierzu den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze erhitzen und das Hähnchen in einem gusseisernen Topf mit geschlossenem Deckel zubereiten.
Die passenden Mogntartzerl-Empfehlungen
Feine Kniffe & praktische Tricks für Euer Dutchoven-Hähnchen
Ihr wollt ein paar extra Röstaromen? Dann nehmt kurz vor Fertigstellung den Deckel des Dutchovens ab, so bekommt das Hähnchen noch ein paar extra Röstaromen.
Ihr wollt mehr Gemüse als nur Kartoffeln? Dann leckt noch geschälte, geschnittene Karotten, Sellerie oder Zwiebel hinzu, diese werden ebenfalls ganz wunderbar geschmort und geben dem Hähnchen ein zusätzliches Aroma.
Auch wenn Ihr ungeduldig seid oder das Hähnchen kontrollieren möchtet, hebt nicht zu oft den Deckel des Dutchovens an, denn so entweicht immer wieder Hitze und Euer Gericht kann nicht gleichmäßig gegart werden.
Vielleicht verwendet Ihr auch ein Thermometer, welches während des kompletten Garprozesses im Topf bleiben kann, so müsst Ihr zum kontrollieren der Kerntemperatur nicht immer den Deckel anheben.
Was zum Strohbett-Hendl ins Glas passt
Bayern und Hendl, also was sollte man am besten dazu trinken? Natürlich ein Bier, hier vielleicht ein Kellerbier oder ein Zwickl, was gerne mal eine leichte Malznote mit sich bringt. Wer es generell etwas süßer mag, der sollte zum Radler greifen, dass kann man sich dann nach seinem eigenen Geschmack süßer oder weniger süß mischen, aber bitte ein Radler in Bayern immer mit weißer Limo mischen und nicht mit Wasser!
Lieber ein Wein, statt Bier? Dann könntet Ihr mal einen Südtiroler Weißburgunder oder einen Chardonnay aus der Steiermark dazu versuchen. Der Wein darf gerne kräftig aber nicht zu säurebetont sein. Ein Wein aus den Bergen passt außerdem immer gut zu alpinen Rezepten.
Es soll kein Alkohol sein? Dann ist ein Klassiker die gute Kräuterlimonade oder auch gerne eine Apfelschorle. Wer es etwas spezieller mag, der soll sich einen ungesüßten Eistee aus Zitrone und Salbei machen, dass passt auch ganz super zum Hendl.
Lust auf mehr aus der alpenländische – Küche?
Wer Lust auf mehr Gerichte aus der alpenländischen Küche hat oder einfach den rustikalen Geschmack liebt, wird hier sicher fündig. Diese Rezepte viel Wärme, Aroma und das gewissen Wohlbefinden auf den Teller.
Natürlich darf da ein Kalbsrahmgulasch da auf gar keinen Fall fehlen, langsam geschmort ein wahres Gedicht. Omas Krautwickerl mit Hackfleisch gefüllt sind auf alle Fälle auch so ein Rezept mit ganz viel Geschmack. Speckpfannkuchen mit Feldsalat sind ein tolles Rezept wenn es mal schnell gehen soll aber Ihr dennoch nicht auf den Genuss verzichten möchtet. Es darf mal ein Schweinebraten sein, dann versucht doch mal dieses Schweinebratenrezept mit Wirsingcreme mal eine kleine Abwechslung zum klassischen Rezept. Und was darf in der Alpenküche niemals fehlen? Genau die Kaspressknödelsuppe – ein Suppe die Bauch und Herzen wärmt.
Wissenswertes & Antworten rund ums Hähnchen aus dem Schmortopf
Ja, man kann das Hähnchen generell in einem gusseisernen Topf/Bräter oder in einem Römertopf zubereiten. Hier dann natürlich im Backofen.
Alternativ eignen sich auch getrocknete Kräuter oder ein Bett aus Gemüse wie Lauch, Sellerie oder Zwiebeln.
Für vier Personen eignet sich ein Hähnchen mit ca. 1,5–1,8 kg. Natürlich könnt Ihr auch größere Hähnchen verwenden, hier verlängert sich die Garzeit entsprechend.




