Es gibt Rezepte, die riechen irgendwie schon nach Sommer, auch wenn’s draußen vielleicht gerade ganz anders aussieht. Für mich gehört Stockbrot fix dazu. Dieses gemütliche Zusammensitzen, die Hände ein bisschen teigstaubig, das Knistern vom Feuer – das hat was von früher, als wir im Garten meiner Eltern am kleinen Feuerkorb gesessen sind und jeder seinen Stockbrotteig um den Ast gewickelt hat. Und natürlich hat immer jemand zu früh probiert und der halbe Teig ist im Feuer gelandet.
Mit den Jahren hat sich unser Stockbrot ein bisserl weiterentwickelt. Irgendwann hat mein Vater Speckwürfel reingeschmuggelt – angeblich „zum Testen“ – und plötzlich war das Ganze nicht nur ein Kinderspaß, sondern ein richtiges Genussding. Später kamen Oliven dazu, weil wir sie beim Aufräumen nach einem Grillabend übrig hatten. Und ganz ehrlich: seitdem gibt’s bei uns selten ein Stockbrot ohne diese Kombi.
Ihr kennt das sicher: Manche Rezepte fühlen sich an wie kleine Rituale. Dieses hier gehört bei uns dazu – egal, ob wir am Lagerfeuer sitzen oder einfach den Grill anwerfen. Außen schön knusprig, innen weich und aromatisch… da reicht oft schon ein guter Dip, ein kühles Getränk und die richtige Gesellschaft.
Vielleicht weckt es bei Euch auch ein paar Erinnerungen – oder Ihr macht Euch mit diesem herzhaften Teig einfach einen gemütlichen Abend im Garten. In jedem Fall: es ist eines dieser unkomplizierten Rezepte, die sofort Wärme und ein bisserl Sommerstimmung ins Herz holen.
Inhaltsverzeichnis
Stockbrot mit Speck und Oliven – das rustikale Outdoor-Rezept
Ich mag es immer mal wieder was Neues auszuprobieren und da ich noch nie Stockbrot gemacht hatte, gefiel mir der Gedanke, das mal auszuprobieren. Mein Mann war nicht so begeistert, der meinte gleich, ach das schmeckt nicht, das haben wir früher mal gemacht und das war nie toll.
Ich wollte mich jetzt aber davon nicht abbringen lassen und wollte meine eigene romantische, rustikale Lagerfeuer-Stockbrot-Geschichte schreiben.
Nun gut, ich war zwar mal kurzfristig bei den Pfadfindern, und diejenigen die mich jetzt persönlich kennen, werden wahrscheinlich das Lachen anfangen und fragen was mich da geritten hat. Ich gebe zu, es war wirklich nur eine kurze Episode in meinem Leben und ich bin dadurch auch nicht wirklich der Fan von Rucksack-Abenteuern und Zeltübernachtungen geworden, aber es hatte schon was, die gemeinsame Zeit mit Freunden in der Natur. Aber mehr als ein Wölfling ist aus mir nie bei den Pfadfindern geworden, was aber auch ok war.
Muss es immer ein Haselnussstock für das Brot sein?
Damit komme ich dann wohl auch gleich dann zu der Überleitung, dass ich Lagerfeuer und den Gedanken dahinter darüber Brot zu rösten schon echt toll finde, aber dafür jetzt nen Stock von einer Birke, Weide oder Haselnuss zu suchen und den dann noch anzuschnitzen, soweit ging dann mein Naturwunsch dann doch nicht.
Und bitte jetzt nicht falsch verstehen, ich gehe gerne wandern und biken im Wald und gehe auch gerne im Herbst Schwammerl suchen, aber manchmal bin ich eben auch einfach auch nur sehr pragmatisch. Von daher habe ich mir lange Grillspieße bestellt, die sich auch dafür perfekt geeignet haben und die man auch noch toll für andere Gerichte später nochmal verwenden kann.
Ich will jetzt natürlich keinem die Freude am Suchen von den passenden Holzstöcken verderben, ich will ja nur sagen, dass es Alternativen gäbe.
Ach ja und eines gleich vorneweg, ich habe eine positive Erfahrung mit meiner Stockbrot-Romantik-Geschichte gemacht. Das Brot war echt lecker und hat gut geschmeckt, auch mein Mann meinte, dass das Rezept wohl doch ganz in Ordnung wäre.
Würde ich jetzt immer Stockbrot machen wenn es ans Grillen geht?
Nein, aber ab und an werde ich es wiederholen und gemeinsam, mit Freunden und Familie, am knisternden Lagerfeuer sitzen und gemütlich bei netten Gesprächen und einem wärmenden Lachen, Stockbrot über den lodernden Flammen rösten.
Das Rezept ist für ca. 6 – 8 Stockbrote.

Zutaten für das Stockbrot mit Speck und Oliven
Zubereitungszeit
Ruhezeit: 90 Minuten
Kochzeit: ca. 15 Minuten
Zutaten für das Stockbrot
- 4 – 8 Grillspieße
- 1 Packung Trockenhefe
- 1 EL Zucker
- 300g Weizenmehl
- 100g Roggenmehl
- 300ml warme Milch
- 1 1/2 TL Salz
- 3-4 Zweige Rosmarin
- 1 Hand voll Speckwürfel
- 1 – 2 Hände voll getrocknete Tomaten ohne Öl
- 10 grüne Oliven
- 1 TL Knoblauchpulver






Zubereitung der Stockbrote mit Speck und Oliven
Milch in einen Topf geben und auf dem Herd leicht erwärmen, NICHT zum Kochen bringen.
In einer kleinen Schale die erwärmte Milch, Trockenhefe und Zucker miteinander verrühren und 5 Minuten stehen lassen, so das die Hefe sich aktivieren kann.
2 Mehlsorten abwiegen und mit dem Salz in eine Rührschüssel geben.
Getrocknete Tomaten und Oliven in kleine Stücke schneiden, den Rosmarin vom Stängel entfernen und klein hacken. Alles zum Mehl geben.
Baconwürfel und Knoblauchpulver sowie die Hefemischung hinzugeben und zu einem homogenen Teig kneten. Ich hab in der Tat dafür eine Küchenmaschine verwendet.
Wenn alles gut miteinander vermengt ist, den Teig abdecken und an einem warmen Ort für 90 Minuten gehen lassen.
Der Teig sollte sich gut verdoppeln.
Wenn der Teig fertig gegangen ist, aus der Schüssel nehmen und auf einer bemehlten Fläche 6 – 8 Stücke abstechen.
Die einzelnen Stücke jetzt in ca. 2 cm dicke „Würstchen“ rollen.
Die Teigrollen jetzt um das spitze Ende des Stocks/Grillspießes nach unten drehen und das Ende gut festdrücken.
Nun langsam das Stockbrot drehend über dem Feuer/Glut rösten.
Ihr werdet merken, dass der Teig nochmal am Stock „aufgeht“. Das Brot nicht in die direkte Flamme halten, sonst verbrennt es von außen und ist innen noch roh.
Immer über der Glut drehen, wenn das Brot von allen Seiten gut Farbe erhalten hat, vorsichtig vom Stock ziehen und genießen.

Wissenswertes rund ums Stockbrot
Manchmal kann es so einfach sein, etwas leckeres zu zaubern. Ihr mögt keine Oliven und Bacon auch nicht so wirklich? Kein Problem, Ihr könnt Euren Wünschen freien Lauf lassen. Also einfach weglassen nun etwas anderes dazu ausprobieren. Vielleicht mal mit Käse und Zwiebeln oder vielleicht mal eine süße Variante mit Trockenfrüchten und Zimt? Für ein besonders aromatisches Ergebnis lohnt es sich, den Speck vorab kurz anzubraten und vollständig auskühlen zu lassen – die feinen Röstaromen machen den Teig noch herzhafter. Der Stockbrotteig lässt sich außerdem wunderbar vorbereiten: Wenn er 12 bis 24 Stunden im Kühlschrank ruhen darf, entwickelt er eine angenehm runde, leichte Säure und bleibt beim Backen schön elastisch. Auch ohne Lagerfeuer funktioniert das Rezept bestens. Auf dem Gas- oder Kohlegrill, idealerweise über indirekter Hitze, wird das Brot gleichmäßig gebräunt und bekommt dennoch einen Hauch von Rauch. Achtet darauf, für den Stock ein frisches, sauberes Holz zu verwenden – Haselnuss und Weide eignen sich besonders gut, da sie stabil bleiben und wenig splittern. Und falls der Teig beim Aufwickeln rutscht, hilft ein ganz leicht bemehlter oder minimal eingeölter Stock, damit alles dort bleibt, wo es hingehört.
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Kleine Kniffe für ein besseres Ergebnis
Wenn Ihr keinen Grillspieß verwenden möchtet, ist in der Tat der richtige Stock wichtig. Hier solltet Ihr Äste von einem Haselnussstrauch, einer Weide oder eine Birke verwenden, diese splittern kaum und Harzen auch wenig. Man sollte ein Ende des Stocks leicht anspitzen und sie leicht anbrennen, um sie keimfrei zu bekommen.
Der Teig sollte nicht zu weich sein, ansonsten kann es passieren, dass Euch der Teigling vom Stock rutscht, lieber etwas fester kneten oder etwas mehr Mehl verwenden, gerade wenn Ihr zusätzlich Speck in den Teig gebt.
Der Teig wird besonders geschmeidig, wenn Ihr ihn nach dem ersten Kneten ein paar Minuten ruhen lasst und anschließend noch einmal kurz durchknetet – dadurch lässt er sich leichter formen.
Für ein gleichmäßiges Backen lohnt es sich, den Teig in einer dünnen, langen Rolle um den Stock zu wickeln, denn dicke Stücke brauchen deutlich länger und backen innen oft nicht sauber durch. Wenn der Teig an den Händen klebt, hilft ein kleiner Tropfen Olivenöl, der für mehr Geschmeidigkeit sorgt und das Formen angenehmer macht.
Auch die Oliven sollten gut abgetropft sein, damit der Teig nicht zu feucht wird und seine Struktur behält. Ein wenig Speckfett oder aromatisiertes Grillöl im Teig bringt zusätzlich Geschmack und macht das Stockbrot noch herzhafter.
Achtet außerdem darauf, über einem stabilen Glutbett und nicht in offenen Flammen zu backen, damit das Brot nicht verbrennt. Und wenn das Stockbrot fertig ist, lasst es kurz ruhen – so setzt sich die Krume und das Brot löst sich leichter vom Stock.
Passende Getränke für gemütliche Feuerabende
Zu einem herzhaften Stockbrot mit Speck und Oliven passen Getränke, die die würzigen Aromen aufgreifen, ohne sie zu überdecken. Ein frisches, gut gekühltes Helles oder ein kräftiges Landbier harmoniert wunderbar mit den rauchigen Noten vom Feuer. Wer es etwas fruchtiger mag, greift zu einem leichteren Rotwein wie einem Zweigelt oder einem jungen Vernatsch – beide bringen genug Frische, um Speck und Oliven elegant zu begleiten.
Für alle, die lieber Weißwein trinken, eignet sich ein würziger Sauvignon Blanc aus der Steiermark oder ein Weißburgunder mit feiner Säure. Beide funktionieren besonders gut, wenn Ihr das Stockbrot am Grill statt direkt am Feuer zubereitet. Und an warmen Sommerabenden passt auch ein alkoholfreier Kräuterspritzer oder ein hausgemachter Zitronen-Rosmarin-Eistee, der die mediterranen Aromen im Teig schön unterstreicht.
Oder darf es etwas mediterranes sein? Dann macht Euch doch mal einen spritzigen Campari Orange!
Weitere Ideen aus der Alpenküche & Grillküche
Manchmal passt zu einem herzhaften Stockbrot einfach noch etwas Frisches, Würziges oder ein kleines Schmankerl aus der Alpenküche dazu. Hier findet Ihr Rezepte, die geschmacklich wunderbar harmonieren und gleichzeitig die Stimmung eines gemütlichen Grill- oder Feuerabends unterstreichen. Etwa eine leckere Schnittlauchblütenbutter die man wunderbar auf das geröstete Stockbrot geben kann oder eine confierte Knoblauch-Parmesan-Butter, die auch gut zum Grillfleisch passt. Oder sucht Ihr noch weitere Brote die zu einem schönen Abend am Lagerfeuer passen? Dann hier mal drei einfache Brotrezepte zum Grillen. Darf es mal ein Käferbohnensalat dazu sein, frisch, knackig und super zum Grillen? Oder lieber ein Salat aus gegrillter Paprika?Darfs es ein wenig was in Richtung La dolce Vita, dann versucht den Tomatensalat mit Burrata ider mal typisch bayerisch ein Brezensalat.
Es soll noch was zum Dippen dazu sein? Dann probiert doch mal ein Rotweingelee, das passt super zum Speck oder mal ein Pesto aus Radieschengrün – seine leichte Schärfe wird Euch verführen!
Häufige Fragen rund um Teig, Stock & Feuer
Der Schlüssel liegt im gleichmäßigen Garen über der Glut und einem gut gekneteten, nicht zu feuchten Teig. Wer mag, kann das Brot am Ende kurz direkt über die Glut halten, um die Kruste zu intensivieren. Stockbrot braucht über der Glut in der Regel 10–15 Minuten. Wichtig ist, das Brot regelmäßig zu drehen und nicht direkt in die Flammen zu halten, sonst wird es außen schwarz und bleibt innen roh.
Für Stockbrot eignet sich klassisches Weizenmehl (Typ 405 oder 550), aber auch Dinkelmehl funktioniert gut. Wer es rustikaler mag, kann einen Teil durch Vollkornmehl ersetzen – dann aber etwas mehr Flüssigkeit einplanen.
Ja, du kannst den Teig problemlos einige Stunden vorher oder sogar am Vortag zubereiten. Am besten bewahrst du ihn abgedeckt im Kühlschrank auf und lässt ihn vor dem Grillen wieder auf Zimmertemperatur kommen.




