Ruehrei mit Pfifferlingen Titel

Rührei mit Pfifferlingen – ein alpenländisches Genießergericht

Pfifferlinge, oder wie wir Bayern gerne dazu sagen: Reherl – sind für mich so ein richtiges Sommer-Highlight. In Österreich sind Pfifferlinge auch als Eierschwammmerl bekannt. Das nur mal so am Rande.
Aber egal wie Ihr sie nennt, wenn diese kleinen goldenen Schwammerl in den Körben auf dem Wochenmarkt liegen, kann ich nicht anders und muss welche mitnehmen.
Bei uns daheim gab’s dann ganz oft etwas „Einfaches“ daraus – und genau das  sind ja oft die besten Gerichte.

Rührei mit Pfifferlingen klingt erst mal unspektakulär, ist aber in Wahrheit ein kleines Gedicht aus der Pfanne. Außen zart gebräunt, innen schön cremig, dazu der nussige, erdige Geschmack der Pilze – mehr braucht’s manchmal gar nicht. Das war bei uns ein typisches „Schnelles-Abendessen“, wenn der Hunger zu groß und die Zeit knapp war. Oder ein spätes Frühstück am Sonntag, mit frischem Bauernbrot dazu. Was will man mehr.

Das Schöne: Für dieses Gericht braucht Ihr weder viel Zeit noch großes Kochwissen – und trotzdem fühlt es sich irgendwie besonders an. Ein Teller voller Sommer, ein bisschen Wald, ein bisschen Heimat. Dieses Rührei alles, was’s braucht – einfach, ehrlich und genau richtig für Tage, an denen’s unkompliziert, aber trotzdem g’schmackig sein soll.

Und jedes Jahr schaue ich ganz neidvoll die Fotos eines guten Freundes an, der mir immer Bilder schickt, wenn er im Wald war und wieder Reherl gefunden hat. Leider hab ich noch mehr als eine Hand voll davon gefunden, aber man soll ja bekanntlich die Hoffnung nicht aufgeben!

Inhaltsverzeichnis

Wann haben Pfifferlinge Saison – und worauf sollte man beim Kauf achten?

Pfifferlinge gehören mit zu den beliebtesten Wildpilzen in der heimischen Küche – und das völlig zurecht. Ihre Saison beginnt meist bereits im Juni und reicht je nach Wetterlage bis in den frühen Herbst hinein. Am geschmackvollsten sind Pfifferlinge jedoch im Hochsommer, wenn die Wälder schön feucht und das Klima nicht zu heiß ist. Also bei unserem Sommer manchmal etwas schwierig – aber bei dem verregneten Juli in diesem Jahr war das für die Pfifferlinge erstaunlicherweise genau richtig! Frische Pfifferlinge erkennt Ihr an einem angenehmen, leicht fruchtigen Duft und einer festen, trockenen Oberfläche. Meidet Pfifferlinge, die bereits weiche oder dunkle Stellen haben, das kann auf eine zu lange Lagerung hindeuten. Und klar sobald sie matschig sind, einfach liegen lassen, denn dann sind sie definitiv zu alt.

Beim Putzen braucht’s übrigens ein bisschen Fingerspitzengefühl: Am besten mit einem Pinsel oder Küchenpapier vorsichtig den Waldboden entfernen, aber bloß nicht in Wasser baden – sonst verlieren sie schnell Aroma und Biss. Wer keine frischen Pfifferlinge bekommt, kann notfalls auch auf tiefgekühlte Ware zurückgreifen – aber das Aroma frischer Pilze ist durch nichts zu ersetzen.

Reherl & Rührei – warum Pilze und Eier in der Alpenküche so gut passen

In der alpenländischen Küche haben Eierspeisen mit Pilzen eine lange Tradition – vor allem, weil sie das Beste aus zwei Welten verbinden: einfache Hausmannskost und frische, saisonale Zutaten direkt aus der Natur. Früher wie heute galt: Wer beim Schwammerl suchen fündig wurde, zauberte damit gleich am selben Tag ein warmes Gericht auf den Tisch. Und da Eier fast immer im Haus waren, lag die Kombination mit Rührei auf der Hand – schnell gemacht, nahrhaft und dabei richtig lecker.

Gerade in Bayern sind Pfifferlinge ein echtes Sommerhighlight – dort nennt man sie, wie oben schon erwähnt, liebevoll Reherl. Der Name kommt vermutlich von ihrer goldgelben Farbe und der zarten, fast „wildartigen“ Anmutung, die an Rehfleisch erinnert. In Oberbayern und der Oberpfalz ist das „Reherl-Rührei“ schon fast ein Klassiker – ob als Brotzeit oder als schnelles Essen nach dem Wandern.

Das Rezept ist für 2 Portionen.

Ruehrei mit Pfifferlingen Zutaten

Welche Zutaten für das Rührei mit Pfifferlingen?

Zeitangaben

Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Kochzeit: 15 Minuten 

Einkaufsliste für das Pfifferling Rezept

  • 4 Eier
  • 500g frische Pfifferlinge
  • 2 Frühlingszwiebel
  • 250g Speckwürfel
  • 1 Schuss Milch
  • ½ TL Paprika edelsüß
  • Salz & Pfeffer
  • 1 TL Butter

So gelingt das Rührei mit Pfifferlingen Schritt für Schritt

Zuerst die Pfifferlinge putzen, insofern diese noch nicht sauber sind. Möglichst ohne hierbei Wasser zu verwenden. Am besten nehmt Ihr einen kleinen weichen Pinsel, ein Stück Küchenkrepp und ein kleines Messer. Jetzt mit dem Pinsel oder dem Küchenkrepp Erde und Waldreste vorsichtig abwischen und hartnäckigen Schmutz mit dem kleinen Messer abschaben.

Wenn Ihr keine bereits geschnittenen Speckwürfel gekauft habt, dann den Speck in 0,5cm dicke Streifen und dann in Würfel schneiden.

Bei den Frühlingszwiebeln das Wurzelende abschneiden, dass Hellgrüne von dem Dunkelgrünenende abschneiden. Das „Hellgrüne“ und weiße Stück in der Mitte nochmal halbieren und dann in feine Halbringe schneiden. Zu Seite geben.
Jetzt das grüne Ende in dünne Ringe schneiden und ebenfalls zur Seite geben.

In einer kleinen Schüssel, die Eier hineinschlagen und mit Salz, Pfeffer und Paprika edelsüß würzen und einen Schluck Milch hinzugeben. Jetz mit einer Gabel alles aufschlagen/vermischen und zur Seite stellen.

 Jetzt eine Pfanne mit einem TL Butter erhitzen (hoch) und die Speckwürfel darin kross ausbraten. Wenn sie richtig schon knusprig sind, die Speckwürfel aus der Pfanne nehmen und auf ein Küchenkrepp geben.

In der gleichen Pfanne mit dem Fett aus dem Speck und der Butter auf mittlere Temperatur erhitzen und die Pfifferlinge in die Pfanne geben und gleichmäßig anbraten. Das dauert ca. 3-5 Minuten.
Nun die Halbringe der Frühlingszwiebel hinzugeben und nochmal 1-2 Minuten anbraten lassen.

Jetzt das Ei nochmal kurz mit der Gabel verquirlen und dann über die Pfifferlinge in die Pfanne geben.

Das Ei kurz anbraten lassen, bis sich unten ein „leichter Rand“ ergibt es aber oben noch flüssig ist. Jetzt mit einem Löffel das Ei vermischen, so dass Ihr eine Rühreioptik erhaltet, nochmal kurz braten lassen und dann auf 2 Teller verteilen.

Zum Abschluss den knusprigen Speck sowie die Grüne Frühlingszwiebel darüber verteilen und evtl. nochmal leicht salzen. Mit einem schönen Stück frischen Bauernbrot genießen.   

frische Pfifferlinge

Gut zu wissen rund um Rührei und Reherl

Für ein cremiges, aber nicht matschiges Rührei eignet sich am besten eine beschichtete Pfanne oder eine wirklich gute eingebrannte Eisenpfanne. Damit bleibt nichts haften und das Ei stockt schön gleichmäßig.
Verwendet wirklich nur frische Pfifferlinge, am allerbesten natürlich vom Markt, somit erhaltet Ihr das schöne Aroma, teilweise leicht pfeffrige, das die Pfifferlinge haben. Leider halten sich die Reherl auch nicht wirklich lange, also verwendet sie am besten am gleichen Tag, oder lagert sie möglichst „luftdurchlässig“, z.B. in einem Küchentuch, im Kühlschrank, aber hier auch nicht länger als 1-2 Tage.
Ebenfalls mögen weder Pfifferlinge noch Eier zu große Hitze. Bratet deshalb die Pilze nur bei mittlerer Temperatur an und gebt die Eier erst dazu, wenn die Pfanne nochmal etwas abgekühlt ist – so bleiben die Pilze saftig und bekommen keine braunen Stellen und das Rührei wird schön cremig.  

Die passenden Mogntartzerl-Empfehlungen 

Rührei mit dem gewissen Etwas – Tipps für mehr Geschmack & Konsistenz

Nehmt die Eier, bevor Ihr sie verwendet, schon eine Zeitlang aus dem Kühlschrank. Denn zimmertemperierte Eier verbinden sich beim Verquirlen besser und stocken gleichmäßiger in der Pfanne.
Seid mit der Milch im Rührei, lieber etwas sparsamer, denn zu viel macht das Rührei zu flüssig und lässt es nicht vernünftig stocken. Also hier ist das Motto ganz klar lieber weniger als mehr!
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass etwas von dem Rührei  übrig bleiben sollte, könnt Ihr das auch gut in einem Wrap einrollen und am nächsten Tag noch als leichtes Mittagessen genießen. Gerne dann auch noch ein paar Tomatenwürfel und ein Salatblatt hinzugeben. Und wenn es richtig „fancy“ sein darf, dann würfelt eine Birne klein und gebt ein paar Birnenwürfel ebenfalls in Euren Warp! Eine tolle Kombination.
Und wer nicht auf Käse in seinem Rührei verzichten möchten, kann in den letzte 1-2 Minuten des Bratens noch frisch geriebenen Bergkäse dazugeben, das gibt dem Rührei nochmal eine Extra-Würze!

Was trinkt man zu Rührei mit Speck und Pilzen?

Wenn es zum Frühstück sein soll, dann würde ich doch glatt einen Kräutertee dazu empfehlen, gerne mit Salbei oder Fenchel, oder vielleicht sogar eine Bergkräutermischung!
Bier und Wein zum Rührei? Ja das geht! Passend zum Speck würde ich auf ein Helles zurückgreifen und wenn es ein Glaserl wein sein soll, dann vielleicht einen Silvaner mit leichter Säure oder einen jungen Spätburgunder.
Oder setzt ein Wasser mit Minze und Zitronenmelisse an, auch das passt ganz wunderbar zu dem Rührei mit Pfifferlingen.

Was Ihr sonst noch mit der Pfanne, Wald & Wiese zaubern könnt?

Rührei mit Pfifferlingen ist herrlich unkompliziert – und genau das macht Lust auf mehr von diesen schnellen, regionalen Gerichten aus der alpenländischen Küche. Hier findet Ihr ein paar passende Rezepte, die genauso gut auf den Tisch passen.
Ein Tiroler Gröstl darf da natürlich nicht fehlen, eine tolle Möglichkeit um den Schweinebraten und die Knödel zu verwerten! Ein Resteessen der Extraklasse.
Speckpfannkuchen mit Feldsalat sind ein tolles Rezept wenn es mal schnell gehen soll aber Ihr dennoch nicht auf den Genuss verzichten möchtet. Ihr mögt die schnelle Küche? Dann sollte ein Strammer Max definitiv auch mal auf Eurem Speiseplan stehen! Ein leckerer Salat soll auch dabei sein? Dann probiert mal den Salat mit Käferbohnen und Sellerie! Oder einen Herzhaften Kartoffelsalat mit Speck und Pumpernickel – eine raffinierte Variante mit Radieschen. Und darf es noch eine Idee für ein Sonntagsfrühstück sein? Dann empfehle ich Weißwurst mit Breze und selbstgemachten süßen Senf.

Häufige Fragen rund um Pfifferlinge & Rührei aus der Pfanne

Temperatur senken, Eier nicht zu lange stocken lassen. Ein Löffel Crème fraîche zum Schluss macht’s wieder cremiger.

Frisches Bauernbrot, geröstetes Sauerteigbrot oder Bratkartoffeln. Auch ein kleiner Blattsalat oder Feldsalat mit Kernöl passt gut.

In kleinen Mengen anbraten, Hitze nicht zu niedrig wählen, nicht salzen – sonst geben sie Wasser ab.

Nadine
Nadine
„Widme Dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen“ Dalai Lama
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