„Kennst du das Broeding?“ Diese Frage wurde mir wahrlich oft gestellt. Also war es an der Zeit, das Broeding einmal auszuprobieren und soviel kann ich schon verraten: es ist nicht bei einem Mal geblieben.
Das Broeding liegt quasi in der Innenstadt am Rotkreuzplatz, heißt, es ist öffentlich gut zu erreichen, Parkplätze sind jedoch Mangelware und man sollte etwas Zeit für die Parkplatzsuche einplanen.
Von außen wirkt das Broeding, ja geradezu unspektakulär. Wenn man nicht danach sucht, läuft man glatt vorbei, denn nur ein kleines Schild weißt auf das Broeding hin. Da die Fenster über Kopfhöhe beginnen, kann man auch nicht in das Restaurant hineinschauen.
Klarheit und Schlichtheit ist etwas, was das Restaurant auszeichnet – und das im positiven Sinne, denn dennoch fehlt es nicht an Gemütlichkeit. Im Innenraum ist die Theke ein schöner Blickfänger, Leichtigkeit liegt in der Luft. Die Farben Orange und Türkis/Blau dominieren – gepaart mit viel Weiß ein schönes Gesamtkonzept. Das Restaurant hat ca. 50-60 Plätze (nach eigener Schätzung), die Aufteilung ist optimal- man hat genügend Platz zu den Nachbarn. Im Sommer gibt es auch einen kleinen Außenbereich.

Der Service im Broeding ist angenehm, unkompliziert und zuvorkommend. Wenn man einen Speise vom Menü nicht mag, wird sofort nach einer Alternative gesucht. Man fühlt sich wie bei Freunden. Die Zeiten zwischen den Gängen sind angemessen und man wird gut versorgt – auch mit Getränken und dem Wasser, das im Menüpreis schon inkludiert ist.
Apropos Menü: das ist etwas ganz besonderes, denn es gibt jeden Tag nur ein Menü. Richtig gelesen. Es gibt das sogenannte Vorabendmenü (3 Gänge), bei dem man bis 19.30 Uhr das Menü genießen kann. Wer sich etwas länger Zeit nehmen möchte, nimmt das normale 5 bzw. 6- Gänge-Menü, bei dem ebenfalls das Wasser inkludiert ist. Ob man nun 5 oder 6 Gänge genießen möchte, entscheidet man einfach beim vorletzten Gang.
Dazu passend gibt es auch eine Weinbegleitung, die man nehmen kann, aber nicht muss. Interessant ist sie dennoch, denn man erfährt so manches über Weingut, Geschmack, etc. und zwar in sympathischer Art und Weise. Oder man wählt einfach à la carte. Einer unserer Favoriten war zum Beispiel der Riesling Eigenbroedler 2017, den man auch – sowie viele andere Weine – im Onlineshop vom Broeding erwerben kann.





Aber nun zum Essen: sowie die Weine orientieren sich auch die Speisen an der österreichischen Küche. Gekocht wird natürlich mit frischen, saisonalen Zutaten aus der Region. Die Kombinationen sind außergewöhnlich vielfältig. Salzig und süß werden stimmig abgeschmeckt, bitter und sauer bilden eine leckere Symphonie. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Und wenn Ihr mal etwas nicht mögt, bekommt Ihr sicher etwas anderes. Als wir da waren, gab es zum Beispiel eine Vorspeise mit Innereien. Da wir alle drei keine großen Fans von Innereien sind (bei mir stellt lediglich Haggis eine Ausnahme dar), bekamen wir kurzerhand einen Spieß mit vorzüglichem Wildfleisch anstelle des geplanten Spießes mit Innereien. Zusammen mit einem knackigen Rohkostsalat und Granatapfelkernen – ein Gedicht!
Beispiele aus den vorweihnachtlichen Menüs: Rindertatar mit Avocado und Süßkartoffel // Starnberger See Renke, gebraten, mit Fenchel und Paprika // Gnocchetti sardi mit Karde, Perigord Trüffel und Sherry-Rahm. Ach ja, das hätte ich fast noch vergessen: das Brot. Auch das schmeckt herrlich frisch und ist kross. Alleine davon hätten wir Tonnen essen können.
Zu guter Letzt ging es dann an die Rechnung. Nun gut, günstig ist das nicht, aber der Qualität der Speisen und dem Service angemessen. Zu zweit sollte man schon ca. EUR 300 einrechnen, wenn man das normale Menü nimmt (inkl. Getränke). Wem drei Gänge reichen, kann auch das Vorabendmenü nehmen, dann kommt man mit der Hälfte aus, muss aber bis 19.30 Uhr fertig sein.
Fazit: Das Broeding ist ein richtig gutes Restaurant für den besonderen Anlass – für den alltäglichen Besuch, ist es aufgrund des Preisniveaus vermutlich etwas zu teuer (wer ein österreichisches Restaurant für den Alltag sucht, sollte unseren Restauranttest zum Ö1 lesen). Hier kann man sich etwas gönnen und sich kulinarisch verwöhnen lassen.
Alles, was wir probiert haben war sehr gut zubereitet (lediglich mehr Salz hätte es an der einen oder anderen Stelle vertragen können). Garpunkte werden exzellent getroffen, Konsistenzen und Geschmacksrichtungen optimal kombiniert. Und wer mal ein schönes Geschenk für seine Lieben sucht, findet hier zum Beispiel einen schönen Gutschein.

Hier findet Ihr das Restaurant:
Restaurant & Weinhandel Broeding
Schulstraße 9
80634 München
www.broeding.de

Johann Wolfgang von Goethe


