Zwetschgenmus Titel

Zwetschgenmus selbstgemacht

Wenn im Spätsommer die Zwetschgen reif sind und vielleicht sogar die ersten Abende etwas kühler werden, dann ist für mich immer die perfekte Zeit zum Einkochen. Denn wer möchte nicht den süßen Geschmack der Zwetschgen gerade für die kalten Monate einfangen?
Bei uns zu Hause war das Einkochen vom Zwetschgenmus immer eine kleine Zeremonie – mit einer großen Reine im Backofen, einem Holzlöffel zum Umrühren und dem Duft von reifen Früchten, der das ganze Haus durchzogen hat.

Meine Oma hat das Mus stundenlang eingekocht, bis es die richtige Konsistenz hatte – dick, dunkel und fast schon ein bisschen karamellig. Gesüßt wurde wenig, manchmal gar nicht, denn wenn die Zwetschgen süß genug waren, brauchte es gar nicht viel.
Vielleicht noch ein Stück Zimtstange oder eine Vanilleschote dazu – mehr Schnickschnack gab’s nicht. Und ehrlich gesagt: Genau so mag ich’s heute noch am liebsten.

Zwetschgenmus ist für mich pure Kindheit, und gleich neben dem Zwetschgendatschi, eines meiner Highlights im Spätsommer.
Das Mus hält ewig im Vorratsschrank (wenn man nicht dauernd mit dem Löffel, wenn auch nur immer wenig, zum Schnabulieren nimmt) und es schmeckt zu allem, was ein bisschen nach Heimat schmecken soll und traditionell sein darf: auf frischem Brot, zu Buchteln, oder einfach auch mal ein kleiner Löffel pur.

Falls Ihr also ein paar Kilo Zwetschgen übrig habt oder auf dem Markt nicht widerstehen konntet – dann schnappt Euch eine Backreine und legt los.
Das Rezept ist super einfach, braucht aber ein bisserl Geduld.
Aber dafür bekommt Ihr ein Glas voll Spätsommer, das Euch durch die kalten Monate begleitet und ein Lächeln zaubert.

Inhaltsverzeichnis

Wann sind Zwetschgen reif – und worauf Ihr beim Einkochen achten solltet

Zwetschgen sind ein bisschen eigen – wer zu früh pflückt, hat viel Säure im Topf, wer zu lange wartet, hat matschiges Obst. Am besten eignen sich vollreife, aber noch feste Früchte. Aber woran erkennt man die jetzt beim Einkaufen oder beim Pflücken vom Baum? Die erkennt Ihr daran, dass sie sich leicht vom Stiel lösen lassen und ihre typische, bläulich-violette Farbe haben. Wenn die Haut schon etwas faltig wird und das Fruchtfleisch weich ist, darf’s ruhig schneller gehen mit dem Einkochen. Sprich die sind dann schon ziemlich reif und Ihr solltet aufpassen da nicht eine Faulige zu erwischen.

Aber generell wichtig ist, dass die Zwetschgen unversehrt sind und keine Druckstellen haben – vor allem, wenn Ihr das Mus länger lagern möchtet.
Auch wenn das als Bayer auch nur schwer über die Lippen geht, aber wenn da ein paar Pflaumen dazwischen rutschen, ist es jetzt auch nicht ganz so schlimm. Wobei einmal Zwetschge immer Zwetschge, Ihr wisst schon was ich meine!

Zwetschge oder Pflaume – was ist eigentlich der Unterschied?

Auch wenn viele Leute meinen, ach das ist doch das Gleiche! Nein, Zwetschge ist definitiv nicht gleich Pflaume. Die Zwetschge ist, wenn man so will, die kleine, etwas robustere Schwester der Pflaume – in der Form eher länglicher, mit festerem Fruchtfleisch und einem Stein, der sich meist und zum Glück leichter lösen lässt.
Pflaumen hingegen sind rundlicher, oft saftiger, aber auch etwas empfindlicher. Sie schmecken frisch vom Baum wunderbar, sind aber beim Einkochen gerne mal zickig, weil sie schneller zerfallen. Generell sind sie auch farblich eher unterschiedlich wie Pflaumen, da geht es gerne mal von gelb bis tiefes Blau.

Pflaumen schmecken gerne etwas milder und süßer als eine Zwetschge, die oft mal ein wenig „würziger“ im Geschmack sein kann. Sie bringt eine schöne Balance zwischen süß und sauer!

Wer die Früchte frisch vom Baum genießen möchte, fährt manchmal etwas besser, sich eine Pflaume zu pflücken, da sie meistens etwas süßlicher ist.
Sobald es aber ums Backen und Einkochen geht, ist für mich die Zwetschge die klare Nummer eins.
Also für ein Zwetschgenmus, das schön dick und aromatisch sein soll, sind Zwetschgen einfach die bessere Wahl.

Das Rezept ist für ca. 750ml.

Zwetschgenmus Zutaten

Das braucht Ihr für das Zwetschgenmus

Zeitangaben

Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Backzeit: 2 Stunden 30 Minuten 

Einkaufsliste für das selbstgemachte Zwetschgenmus

  • 1,5 kg reife Zwetschgen
  • 200g Zucker (je nach Süße der Zwetschge)
  • 1 Zimtstange
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Zitrone (Saft)

Zwetschgenmus einkochen Schritt für Schritt

Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze aufheizen.

Zuallererst solltet Ihr die Zwetschgen waschen, trocknen und dann entsteinen. Hierfür verwendet Ihr am besten einen Zwetschgenentkerner, das geht am schnellsten und am einfachsten.

Gebt die entkernten Zwetschgen direkt in eine ofenfeste Backreine oder Auflaufform.

Jetzt solltet Ihr testen, wie süß Eure Zwetschgen sind, je nachdem richtet sich wieviel Zucker Ihr hinzugebt. Eher noch säuerlich, dann gebt gerne 200g hinzu. Sollten sie bereits schön süß sein, könnt Ihr auch nur 50g hinzugeben. Das liegt auch ein wenig an Eurem Geschmack und wie süß Ihr gerne esst.

Also nun die ausgewählte Menge Zucker zu den Zwetschgen geben und gut vermischen.

Die Vanilleschote aufschneiden und ebenfalls dazugeben. Jetzt eine Zimtstange hinzufügen.

Nun die Reine in dem Backofen geben und ca. alle 30 Minuten umrühren. Bis das Mus richtig eingekocht ist, bei der Menge dauert es gut 2-3 Stunden.

Ihr werdet sehen, wie die Zwetschgen erst Wasser lassen werden und dann langsam dick einkochen. Am Ende soll es eine dickere Konsistenz haben, aber aufgepasst nicht zu lange einkochen lassen, ansonsten wird das Mus sehr fest.

Kurz vor dem Ende der Garzeit noch den Saft von ¼ Zitrone hinzugeben und vermischen.

Die Vanilleschote und die Zimtstange entfernen und das Mus noch heiß in vorher abgekochte/sterilisierte Schraubgläser umfüllen.

Gläser auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.

Zwetschgenmus

Wissenswertes & Tipps rund ums Zwetschgenmus

Wie schon erwähnt solltet Ihr auf alle Fälle richtig reife Früchte verwenden, die aber noch nicht matschig sind, wenn man sie angreift. Die geben dann eine wunderbare Süße beim Einkochen ab. Je länger Ihr das Mus einkocht, desto dicker wird es. Also lieber etwas kürzer, sonst kann das richtig fest werden. Sollte dies passieren, kann man es dennoch retten. Hier dann das Mus in einen Topf geben und etwas Zwetschgensaft oder Wasser hinzugeben und nochmal leicht köcheln lassen, bis Ihr die richtige Konsistenz bekommt. Dann nochmal einwecken.
Wenn Ihr außer dem Zimt und der Vanille noch ein weiteres Gewürz hinzugeben möchtet, dann könnt Ihr gerne auch noch Nelken beim Kochen hinzufügen, das gibt dem Ganzen dann eine weihnachtliche Note. Aber bei den Gewürzen ist auch das Motto, lieber weniger als mehr, denn Ihr wollt doch den schönen Geschmack der Zwetschge haben und nicht in ein Gewürzsackerl beißen.

Die passenden Mogntartzerl-Empfehlungen 

Praktische Küchentricks für perfektes Zwetschgenmus

Wenn Ihr Euch wundert, warum da ein Spritzer Zitronensaft hineinkommt, der ist für die schöne tiefrote Farbe und damit das Mus nicht zu sehr nachdunkelt, wem das egal ist, kann den Zitronensaft auch getrost weglassen.
Wenn Ihr länger etwas von Eurem Mus haben möchtet, verwendet kleinere Gläser zum Aufbewahren, denn wenn das Mus einmal aufgemacht ist, solltet Ihr es in gut 2 Wochen verbrauchen. Deswegen lieber kleinere Marmeladengläser aber dafür mehrere verwenden.
Damit das Mus nicht im Backofen anbrennt, immer wieder umrühren, am besten mit einem Holzlöffel. Und wer alles noch cremiger und ohne Stückchen möchte, der sollte vor dem Einwecken nochmal zum Pürierstab greifen und das Mus einmal durchpürieren, aber das ist in der Tat geschmackssache.

Welche Getränke harmonieren mit Zwetschgenmus?

Jetzt wird es schon etwas herbstlich in den Tassen, denn versucht mal eine warme Milch mit einer Prise Zimt zu Euren Zwetschgenmus! Mhhh eine kleine Delikatesse!

Klassiker sind natürlich Tee und Kaffee. Vielleicht ein schön herber Espresso als Kontrast zum Mus oder ein schwarzer Tee wie Darjeeling oder Assam könnten auch ein guter Begleiter zum Zwetschgenmus sein.
Wenn es doch etwas alkoholischer sein darf, dann versucht doch mal einen Zwetschgenbrand, einen Pflaumenlikör oder ein edles Glas Portwein dazu.

Weitere  Klassiker aus der Alpinen Küche

Zwetschgenmus weckt Lust auf mehr fruchtige Klassiker. Hier findet Ihr Rezepte, die wunderbar dazu passen – und Ideen, die Ihr künftig noch ausprobieren könntet.

Warum nicht mal Omas Buchtel und dazu das leckere selbstgemacht Zwetschgenmus versuchen? Oder weil wir gerade beim Einkochen sind, gerne auch mal ein selbstgemachtes Apfelmus aus Omas Rezepte-Klassikern ausprobieren. Herbst und Äpfel passen für Euch auch ganz wunderbar? Dann habe ich ein Rezept für einen Apfel-Wein-Kuchen für Euch, der auf der nächsten Kaffeetafel glänzen kann.

Oder sucht Ihr noch ein paar Marmeladen Ideen zum Selbermachen? Dann solltet Ihr Euch diese Rezepte ansehen.
So jetzt genug Süßes gehabt?
Dann probiert doch am Schluss noch den leckeren Brezenknödel mit Kürbiskernen, Feldsalat und Birnen ein tolles Gericht, dass Ihr unbedingt mal probieren solltet.

Häufig gestellte Fragen zum Zwetschgenmus

Meist liegt es daran, dass die Früchte zu viel Saft enthalten oder das Mus nicht lange genug gekocht wurde. Längeres Einkochen oder ein kurzes Pürieren helfen.

Ja, das geht. Reife Zwetschgen bringen genug Fruchtsüße mit. Wichtig ist, das Mus etwas länger einzukochen, damit es dick und haltbar wird.

Ja, allerdings wird die Konsistenz fester und ähnelt eher einer Marmelade. Klassisches Zwetschgenmus wird ohne Gelierzucker eingekocht.

Nadine
Nadine
„Widme Dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen“ Dalai Lama
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