Diese wunderbaren weißen Blüten vom Holunder sieht man von Mai bis Juni fast überall blühen, und gerade in diesem Jahr mit dem warmen Wetter blühten Sie besonders intensiv.
Aber was kann man denn alles aus diesen wunderbaren Blüten machen?
Diese wunderbar zarten Holunderblüten sammeln wir immer frisch und dann verarbeiten sie natürlich direkt – denn nur dann haben sie das intensivste Aroma. Gerade in dieser kurzen Zeit im Frühsommer, in dem der Holunder so wunderschön blüht, entstehen dann daraus so einfache und doch wunderbar schmackhafte Gerichte wie Hollerkücherl, die für mich ganz klar fest zur alpenländischen Küche gehören.
Dieses Rezept gehört für mich ganz klar zu meiner Kindheit gehört. Es handelt sich um ein altes Familienrezept, das ich von meiner Großtante habe und diese von ihrer Mutter. Gerne erinnere ich mich, an die Frühsommer meiner Kindheit, als meine Großtante diese köstlichen Küchlein zubereitete. Der Geschmack war einfach unvergleichlich.
Was sind Hollerkücherl?
Hollerkücherl ist ein typisches und traditionelles Gericht vornehmlich ais Bayern und Österreich. Dort wird Holunder nämlich gerne Holler genannt. Dabei werden frische Holunderblüten in einen Teig (gerne ein Teig mit Bier oder Wein) getaucht und in heißem Fett ausgebacken. Sie werden meist süß serviert, oft mit Puderzucker bestäubt, und gehören zur klassischen Frühsommerküche, eben wenn der Holunder blüht.
Der Geschmack ist einfach unvergleichlich.
Die kurze Holunderblüte im Frühsommer macht Hollerkücherl zu einem ganz besonderen, saisonalen Gericht.
Ich finde es immer noch erstaunlich, wie einfache Zutaten wie Holunderblüten, Ei, Mehl, Zucker und ein klein wenig Wein zu so einer Leckerei kombiniert werden können. Die luftigen und knusprigen Küchlein sind ein wahrer Genuss für den Gaumen.
Oft werden Hollerkücherl auch als Holunderküchle bezeichnet – je nach Region.
- 1 Was sind Hollerkücherl?
- 2 Hollerkücherl im Weinteig – ein traditionelles Rezept mit Holunderblüten
- 3 Hollerkücherl im Weinteig – frittierte Holunderblüten nach Omas bayerischem Rezept
- 4 So gelingen Euch das Holunderküchle Rezept Schritt-für-Schritt
- 5 Wissenswertes & kleine Extras zum Hollerkücherl
- 6 Holunder ein Strauch mit Geschichte!
- 7 Woran erkennt man Holunderblüten?
- 8 Die passenden Mogntartzerl-Empfehlungen
- 9 Häufige Fragen rund um die Hollerkücherl
Hollerkücherl im Weinteig – ein traditionelles Rezept mit Holunderblüten
Hollerkücherl im Weinteig – frittierte Holunderblüten nach Omas bayerischem Rezept
Zutaten
Kochutensilien
- 2 Schüsseln
- 1 hohe Pfanne
Zubereitung
- Holunderblüten ernten (mit etwas Stil) und auf ein Küchenpapier geben und 15 Minuten warten, ob noch kleine Tierchen flüchten. Blüten bitte nicht waschen, sonst gehen die Pollen verloren, die ihren lieblichen Geschmack abgeben.
- In der Zwischenzeit die Eier trennen.
- Eigelb, Mehl, Weißwein, Milch, Salz, Pflanzenöl und Zuckern in eine Schüssel geben und mit einem Schneebesen zu einem Teig vermengen.
- In einer zweiten Schüssel das Eiweiß steif schlagen.
- Nun das Eiweiß in den restlichen Teig geben und vorsichtig unterheben.
- Den Teig nun abgedeckt für 30 Minuten ruhen lassen.
- Währenddessen könnt Ihr das Öl zum Frittieren in einer hohen Pfanne oder Topf geben und das Öl auf ca. 160 – 170 °C erhitzen. Wenn Ihr den Stil eines Holzkochlöffels hineinhaltet, sollten sich am Stil kleine Bläschen bilden.
- Nach der Teigruhe schauen, ob der Teig die richtige Konsistenz für die Hollerkücherl hat. Er sollte so wie ein Pfannkuchenteig sein, wenn er zu dick ist, nochmal etwas Wein/Bier zugeben und vorsichtig vermengen.
- Jetzt die Holunderblüten am Stil nehmen und in den Teig tauchen. Der Teig sollte die Blüten komplett umschließen.
- Die Blüten hinausgeben und mit den Teigblüten nach unten in die Pfanne mit Öl geben. Die Kücherl vorsichtig bewegen und gerne mit einem Löffel etwas heißes Öl immer wieder über die Oberseite der Hollerkücherl geben.Sie sollten schön goldbraun werden.
- Die Kücherl dann aus der Pfanne nehmen und auf einen Teller mit Küchenkrepp geben, damit das Öl etwas abtropfen kann.
- Die Hollerkücherl nun mit Puderzucker bestreuen und noch warm servieren.
Nährwerte
Notizen
Der Wein-/Bierteig passt auch super für Apfelkücherl. Hierfür einfach einen säuerlichen Apfel schälen, in Rinde schneiden und das Kerngehäuse herausstechen.
Danach wie für die Hollerkücherl verfahren.
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Sag mir wie es Dir gefallen hatSo gelingen Euch das Holunderküchle Rezept Schritt-für-Schritt

Holunderblüten ernten (mit etwas Stil) und auf ein Küchenpapier geben und 15 Minuten warten, ob noch kleine Tierchen flüchten. Blüten bitte nicht waschen, sonst gehen die Pollen verloren, die ihren lieblichen Geschmack abgeben.

In der Zwischenzeit die Eier trennen.
Eigelb, Mehl, Weißwein, Milch, Salz, Pflanzenöl und Zuckern in eine Schüssel geben und mit einem Schneebesen zu einem Teig vermengen.
In einer zweiten Schüssel das Eiweiß steif schlagen.

Nun das Eiweiß in den restlichen Teig geben und vorsichtig unterheben.
Den Teig jetzt abgedeckt für 30 Minuten ruhen lassen.

Währenddessen könnt Ihr das Öl zum Frittieren in einer hohen Pfanne oder Topf geben und das Öl auf ca. 160 – 170 °C erhitzen. Wenn Ihr den Stil eines Holzkochlöffels hineinhaltet, sollten sich am Stil kleine Bläschen bilden.

Nach der Teigruhe schauen, ob der Teig die richtige Konsistenz für die Hollerkücherl hat. Er sollte so wie ein Pfannkuchenteig sein, wenn er zu dick ist, nochmal etwas Wein/Bier zugeben und vorsichtig vermengen.
Jetzt die Holunderblüten am Stil nehmen und in den Teig tauchen. Der Teig sollte die Blüten komplett umschließen.

Die Teigblüten nach unten in die Pfanne mit Öl geben. Die Kücherl vorsichtig bewegen und gerne mit einem Löffel etwas heißes Öl immer wieder über die Oberseite der Hollerkücherl geben.
Sie sollten schön goldbraun werden.
Die Kücherl dann aus der Pfanne nehmen und auf einen Teller mit Küchenkrepp geben, damit das Öl etwas abtropfen kann.
Die Hollerkücherl nun mit Puderzucker bestreuen und noch warm servieren.

Wissenswertes & kleine Extras zum Hollerkücherl
Wenn das Fett nicht heiß genug ist, saugt sich der Teig schnell voll und die Hollerkücherl werden schwer. Deshalb lieber kurz warten und die Temperatur testen – dann werden sie außen knusprig und innen leicht.
Generell schmecken frisch gebackene Hollerkücherl einfach am besten, ich würde sie in der Tat nicht noch einmal aufwärmen.
Und wer ein wenig mehr als nur Puderzucker dazu möchte, der kann natürlich auch sehr gut eine Kugel Vanilleeis dazugeben.
Im übrigen passt der Wein-/Bierteig auch super für Apfelkücherl. Hierfür einfach einen säuerlichen Apfel schälen, in Rinde schneiden und das Kerngehäuse herausstechen.
Danach wie für die Hollerkücherl verfahren.
Holunder ein Strauch mit Geschichte!
Schon in der frühen Geschichte galt Holunder als heiliger Baum, dessen Holz nicht verbrannt werden durfte. Es gab früher keinen Bauernhof ohne Holunder. Die Germanen haben den Holunder der Hausgöttin Freya (Holla) geweiht, diese war die Beschützerin der Tier- und Pflanzenwelt. Damals schon wurde Holunder als Schutzbaum angesehen und wurde mit seinen Blättern, Blüten, Früchten und Rinde als Hausapotheke sowie als Obstbaum genutzt. Um den Holunder ranken sich viele Mythen. Die Kelten erhofften sich vom Holunder Schutz vor Tod und Krankheit, Blitz, Feuer, Schlangen und Mücken.
Generell war es im Mittelalter verboten, einen Holunderstrauch zu fällen, da man annahm, dass in diesem die guten Hausgeister wohnten.
Auch im Christentum wurden Geschichten zum Holunderstrauch überliefert: Judas soll sich an einem Holunder erhängt haben, das Kreuz Jesu soll auch einer Sage nach aus dem Holz des Holundergefertigt sein und Maria auf ihrer Flucht nach Ägypten soll sich unter Holunder ausgeruht haben.
Heute noch ist der Holunder eine typische Friedhofspflanze, zu mindestens hier bei uns, denn schon die Germanen gaben Holunderholz mit in das Feuer, mit dem sie ihre Toten verbrannten. Holunderzweige im Grab sollen vor bösen Geistern schützen.
Also wie Ihr seht, Holunder bringt einiges an Geschichte und Geschmack mit sich.
Woran erkennt man Holunderblüten?
Ein klein wenig solltet Ihr Vorsicht walten lassen, wenn Ihr selbst Holunderblüten sammelt, Ihr könntet ihn mit Attich (Zwergholunder) verwechseln, dieser ist leider giftig.
Holunder erkennt man meistens an seinen 3-5 Meter hohen Zweigen, elliptischen Blättern, rahmweißen Blüten und später dann an seinen violett-schwarzen Beeren, die herabhängend wachsen. Der Zwergholunder hat meistens eine Höhe bis zu 1,50 m, hat eher einen unangenehmen Geruch und die Pollen“beutel“ sind rötlich. Er hat längliche Fiederblättchen und aufwärts gerichtete Beeren, die zumeist kleinere Dellen aufweisen.
Ich denke, Ihr solltet richtigen vom falschen Holunder unterscheiden können, zur Not gibt es ja auch die ein oder andere App (wie z.B Picture This), die Euch beim Erkennen der Pflanzen helfen kann.
Die passenden Mogntartzerl-Empfehlungen
Praktische Tipps für ein rundum gelungenes Holunderküchle Rezept
Bei der Ernte lohnt es sich, genau hinzuschauen: Wählt möglichst vollständig geöffnete Blüten und erntet diese am besten an einem sonnigen Tag. Dann ist das Aroma am intensivsten und der Blütenstaub – der viel Geschmack trägt – bleibt erhalten. Nach einem Regentag verlieren die Dolden oft an Duft und sind weniger geeignet. Von daher lieber den richigen Tag abwarten.
Für ein besonderes Ergebnis könnt Ihr den Teig auch noch leicht aromatisieren, ohne den Holunder zu überdecken. Ein Hauch Zitronenabrieb sorgt gerne für eine zusätzliche Frische, wer das gerne mag. Oder wenn Ihr schon Holunderblütensirup gemacht habt, gebt einfach einen kleinen zusätzlichen Schluck in den Teig, das verdoppelt das Holunder Aroma.
Wer keinen zusätzlichen Puderzucker oder Vanilleeis zu den Hollerkücherl möchte, der kann auch ein leicht säuerliches Apfelmus oder ein paar frische Beeren dazu servieren, das bringt gerne mal etwas mehr Balance zur süßen, warmen Hülle. Aber natürlich könnt Ihr ach ganz klassisch bleiben und einfach nur Puderzucker darüber geben.
Welche Getränke zu Hollerkücherl passen
Zu Hollerkücherl passen Getränke, die die feine Süße und das blumige Aroma der Holunderblüten unterstreichen, ohne zu schwer zu wirken. Absolut passend wäre natürlich eime Schorle mit selbstgemachtem Holunderblütensirup mit spritzigem Mineralwasser – leicht, frisch und genau im gleichen saisonalen Gedanken. Auch ein kühler Weißwein mit dezenter Säure, etwa ein leichter Müller-Thurgau oder ein Grüner Veltliner, begleitet die warmen Küchlein angenehm, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Wer es alkoholfrei mag, ist mit einer hausgemachten Zitronenlimonade oder einem milden Kräutertee gut beraten, der die Süße etwas ausgleicht. Und ganz klassisch, wie man es von früher kennt: eine Tasse Kaffee dazu – gerade am Nachmittag passt das wunderbar und macht aus den Hollerkücherln eine kleine, runde Auszeit. Aber wer es gerne fruchtig mag, der kann auch eine Frucht Buttermilch dazu trinken.
Weitere alpine Gerichte, die gut zu diesem Klassiker passen
Wenn Ihr solche saisonalen Rezepte mögt, lohnt sich auch ein Blick auf den Rhabarber-Erdbeer-Crumble oder einen Rhabarberkuchen mit Vanillequark. Und wer den Holunder gleich weiterverarbeiten möchte, für den gibt es auch noch 2 leckere Eisvarianten: Erdbeersorbet mit Holunderblüten und eine pure Holunderblüteneiscreme. Wen kochen mit Blüten interessiert, für den habe ich auch noch ein Rezept für einen selbstgemachten Fliederblütensirup eine wunderbare Ergänzung für die Frühsommerküche.
Wenn Ihr noch was für die Kaffeetafel sucht, dann habe ich einen Zwetschgen-Holunder-Datschi, einen Johannisbeerguglhupf oder einen Ciambellone – italienischer Zitronenkuchen für Euch.
Häufige Fragen rund um die Hollerkücherl
Holunderblüten wann ernten?
Was ist die richtige Temperatur zum Frittieren?
Kann man Holunderblüten essen?




